Die nächste Versammlung unserer Gruppe:
Montag, den 02. August 2010 - 15.30 Uhr
(Stellv. Vorsitzende der LOT)
"Sauerstoff-Langzeit-Therapie"
Theorie und praktische Vorführungen.
Nachtrag:
Überwältigender Erfolg des 1. Leverkusener COPD-Tages
Als Jürgen Niessit, der Leiter der Selbsthilfegruppe ATMEN Leverkusen, am vergangenen Samstag den 1. Leverkusener COPD-Tag in der IHK Opladen eröffnete, war der Saal bis auf den letzten Stuhl gefüllt, mussten sogar schnell noch weitere Sitzgelegenheiten herbeigeschafft werden, um den unerwartet zahlreichen Besuchern Platz bieten zu können. Etwa hundert Gäste verfolgten nach einem Grußwort von Helga Vogt, der Fachbereichs-leiterin Soziales bei der Stadt Lever-kusen, interessiert die angebotenen fünf Vorträge:
• COPD – eine Volkskrankheit
• COPD - und medikamentöse Therapie
• COPD - und nicht-medikamentöse Therapie
• COPD – aus der Sicht eines Betroffenen und eines Angehörigen
• Lungensport – Möglichkeit und Nutzen bei COPD.
Der COPD-Tag war von der Selbsthilfegruppe in Verbindung mit dem Chefarzt Dr. Marc Spielmanns des St. Josef Krankenhauses Leverkusen geplant worden. Ziel der Veranstaltung sollte sein, eine möglichst große Zahl von Atemwegserkrankten, deren Angehörige und Interessierte auf die Volkskrankheit und Todesursache Nummer vier (nach Infarkt, Schlaganfall und Krebs) aufmerksam zu machen und darüber zu informieren, wie man dieser Krankheit begegnen kann, bzw. mit ihr positiv umgehen kann.
Im ersten Vortrag des Tages „COPD. – eine Volks¬krank¬heit erklärt Dr. Marc Spielmanns zunächst den Begriff der COPD. Die Abkürzung C:O:P:D. steht für die englische Bezeichnung "Chronic Obstructive Pulmonary Disease", der deutsche Begriff lautet "Chronisch obstruktive Lungenerkrankung". Da die Krankheit in der überwiegenden Zahl der Fälle durch Rauchen entsteht, findet sich umgangssprachlich sehr häufig die Bezeichnung "Raucherlunge". Wie schon aus dem Namen hervorgeht, handelt es sich bei der C:O:P:D. um eine chronische, also lang andauernde Erkrankung. "Obstruktion" wiederum bedeutet, dass eine Behinderung des Atemstromes vorliegt. Diese stellt für den Patienten das eigentliche Problem dar, weil sie - vor allem bei körperlicher Belastung - Atemnot nach sich zieht. Verständlich wurde dies durch die anschauliche Schilderung des Aufbaus und der Funktion der Lunge.
Welche Ursachen C:O:P:D. hat und wie sich Symptome dieser Krankheit erkennen lassen. Dabei hilft die einfache Formel „AHA“, nämlich „Atemnot Husten Auswurf?“. Betroffen machte dabei die Aussage, dass die Krankheit nicht heilbar ist, sondern sich in ihrem Verlauf mit einer nach unten drehenden Spirale vergleichen lässt.
So ist die C:O:P:D. „d i e Erkrankung des 21. Jahrhundert“ (Prof. T.Welte, Hannover).
Dr. Manfred Thönes - Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde im Atemzentrum Leverkusen - zeigte bei seinem Thema „Medikamentöse Therapien“ die Behandlungs-ziele auf:
• Verminderung der Symptome
• Steigerung der Belastbarkeit
• Verlangsamung der Progression
• Vermeidung von Komplikationen
• Verringerung von Exazerbationen (akute Verschlechterung der Atmung
Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die bei COPD. atemwegserweiternd und damit lindernd wirken. Eine Heilung ist jedoch nicht möglich, denn COPD. ist eine Erkrankung die, unaufhaltsam fortschreitend, stufenweise zur Verschlech-terung des Gesundheitszustandes führt. Wichtigste Behandlungsschritte sind: Rauchstop - regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente, am besten in Kombination mit Lungensport.
Norbert K. Mülleneisen, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde im Asthma- und Allergiezentrum Leverkusen, stellte in seinem Vortrag nichtmedikamentöse Thera-piemöglichkeiten vor:
• Körperliches Training
• Patientenschulung
• Physiotherapie
• Ernährungsberatung
• Rehabilitation (ambulante und stationäre Kur)
Ausführlich berichtete er auch über weitere Behandlungs-möglichkeiten bei fortge¬schrittenem Stadium der Krankheit, die Langzeit-Sauerstofftherapie sowie die seltenere Möglichkeit einer Lungentransplantation. Darüber hinaus konnte er auch noch ganz praktische Tipps und Informationen zum Umgang mit der Krankheit geben und scheute sich auch nicht vor dem heiklen, gern vermiedenen Thema „COPD. und Sex“.
Nach den ersten drei Vorträgen konnten die Zuhörer ihre Fragen zum Gehörten stellen und erhielten darauf von den Referenten weitere und sehr gezielte Auskünfte. In der Mittagspause bestand die Möglichkeit, sich im Foyer an verschiedenen Informations-ständen von Firmen und Institutionen zusätzliche Informationen zu holen bzw. sich die Lungenfunktion oder Sauerstoffsättigung messen und aushändigen zu lassen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht.
Am Nachmittag wurde die Veranstaltung zunächst mit einem Gespräch zwischen Helga Brabec, einer COPD-Kranken, und Siegfried Ibsch, dem Ehemann einer COPD-Kranken, fortgesetzt. Beide schilderten ihre ganz persönlichen, zum Teil intimen Erfahrungen, Erlebnisse und Befindlichkeiten im Umgang mit dem jeweiligen Partner aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln.
Den letzten Vortrag des Tages hielt Dr. Oliver Göhl, Sportwissenschaftler und Sporttherapeut an der Klinik Bad Reichenhall und Vorstandsmitglied AG-Lungensport in Deutschland e.V. Mit vielen anschaulichen und informativen Bildern brachte er den Zuhörern nahe, wie wichtig bei dieser Erkrankung gezielte sportliche Betätigung zur Erhaltung der Mobilität und Leistungsfähigkeit ist. Er beließ es nicht bei der Theorie, sondern führte ganz konkret verschiedene Übungen vor, die sehr effizient eingesetzt werden können. Einen besonderen Schwerpunkt seiner Ausführungen bildeten die Möglichkeiten gezielten Lungensportes, der bereits an vielen - jedoch immer noch an viel zu wenigen Orten angeboten wird. - Hier schneidet Leverkusen besonders gut ab, denn der VGS (Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie Leverkusen bietet im St. Josef Krankenhaus und künftig im Opladener Remigius Krankenhaus schon seit Jahren Lungensport an.
Am Ende der Veranstaltung wurde beim Feedback-Gespräch mit den Gästen deutlich, dass diese Veranstaltung von der Selbsthilfegruppe ATMEN Leverkusen hervorragend ausgerichtet war, als sehr informativ angesehen wurde und dringend fortgeführt werden solle.
Siegfried Ibsch